Rückblick: Rundgänge im Gemeindeverband Mittleres Schussental

Im September bekamen die Bürgerinnen und Bürger aus Ravensburg, Weingarten, Berg, Baindt und Baienfurt die erste von drei Gelegenheiten, sich im Rahmen von Workshops aktiv an der Gestaltung des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) des Gemeindeverbandes Mittleres Schussental (GMS) zu beteiligen. Ihre unterschiedlichen Blickwinkel, was sie einschränkt oder gefährdet und welche (Mobilitäts-) Ideen für alle Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen verträglich sein könnten, diskutierten die Bürgerinnen und Bürger mit Verkehrsexperten und Verkehrsexpertinnen, der Verwaltung und Politik an ausgewählten, beispielhaften Stellen. Denn um den Bedarf eines funktionsfähigen Verkehrssystems zu analysieren, ist nicht nur der „technische Blickwinkel“ von Bedeutung, sondern gleichermaßen die Empfindungen der Nutzerinnen und Nutzer. An den fünf Rundgängen nahmen insgesamt rund 50 Bürgerinnen und Bürger des GMS teil.

Die Rundgänge wurden basierend auf knapp 900 Beiträgen und Kommentaren geplant, die zuvor innerhalb von sechs Wochen auf dem Online-Portal zum Verkehrsentwicklungsplan eingegeben wurden. Auf einer digitalen Karte des GMS konnten persönliche Gefahrenstellen verortet oder auf Orte aufmerksam gemacht werden, an denen der Verkehr gut funktioniert.

In allen Stadtrundgängen formulierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wünsche nach Sicherheitsmaßnahmen für schwächere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer des Fuß- und Radverkehrs, vor allem auf dem Schulweg. Mehr Sicherheit könnte zum Beispiel durch bauliche Maßnahmen, wie den Ausbau von Querungshilfen oder farbliche Markierungen des Radwegs hergestellt werden. Beim öffentlichen Nahverkehr stand unter anderem die Abstimmung bzw. Taktung von Bus und Bahn im Vordergrund. Ein weiterer Punkt, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einbrachten, war eine stärkere Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer. Man müsse an alle Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen appellieren und das Bewusstsein stärken, dass Toleranz und Kooperation gestärkt werden müssen.

Vor den Rundgängen konnten sich die Bürgerinnen und Bürger des GMS bereits aktiv und auf unterschiedliche Weise einbringen, unter anderem in einer Haushaltsbefragung, einem Workshop 60+ sowie einer Jugendbeteiligung. Ergänzt wurden diese Formate durch eine Betriebsstättenbefragung, eine Expertenrunde, einen Unternehmensworkshops sowie dem Austausch mit den Nachbarkommunen des GMS.

Alle Anmerkungen und Ideen der Workshops und Rundgänge fließen in den Entwicklungsprozess des VEP ein. Die zweite von insgesamt drei Gelegenheiten, sich als Bürger und Bürgerin in diesem Projekt zu engagieren, gibt es Ende November. Weitere Informationen dazu finden Sie rechtzeitig online unter www.verkehrsentwicklungsplan-schussental.de/ bzw. in der Presse.

Hintergrund: Die Städte Weingarten und Ravensburg, sowie die Gemeinden Baienfurt, Baindt und Berg erarbeiten einen gemeinsamen VEP – ein umfassendes und zukunftsorientiertes Mobilitätskonzept. Die Öffentlichkeit wird dabei durch Haushaltsbefragungen, Workshops, Begehungen sowie online miteingebunden. Der VEP wird 2019 fertig gestellt und hat eine Gültigkeit bis 2035.
Weiterführende Informationen finden Sie online: www.verkehrsentwicklungsplan-schussental.de/